Verfasst von: bergsportler | 16. März 2015

Tourenbericht – Schneeschuhwanderung Lenggries

14. März 2015

Was hat die Verschiebung der Kontinentalplatten mit unserer Schneeschuhwanderung zu tun?

In München war es noch trüb, unterwegs hochnebelartig bewölkt, ab Bad Tölz ein makelloser blauer Himmel. Die Sonne strahlte zart frühlingshaft – den ganzen Tag.

In Lenggries erwartete uns Klaus vom örtlichen Veranstalter. Wie sich erweisen sollte, ein ebenso berg- wie welterfahrener Mann. Mit seinem Kleinbus brachte er uns zum Ausgangsort, dem Parkplatz am Fuß des Sylvenstein-Staudamms.

Der Sylvensteinspeicher schützt seit mehr als 50 Jahren die Isaranrainer von Lenggries, Bad Tölz, München und darüber hinaus vor Hochwasser. Nur im Jahr 2006, als sintflutartige Regenfälle, die sich nicht an die meteorologischen Prognosen und Erfahrungswerte halten wollten, auf einen bereits weitgehend gefüllten Speicher trafen, kam es wieder zu Überschwemmungen. Als Konsequenz wurde die Staumauer nochmals erhöht.

Jetzt bekommt jeder Schneehschuhe und Stöcke und los geht`s – zunächst mit den Schneeschuhen in der Hand, nicht an den Füßen. Wir folgen der Forststraße in Richtung Jachenau. An einer zerklüfteten Felswand hält Klaus an. Ob wir wüssten, was es damit auf sich habe. Er erklärt: wo wir jetzt stehen, war vor Millionen Jahren Meer. Am Meeresgrund bildeten sich schichtweise Sedimentablagerungen. Erst als sich die afrikanische Kontinentalplatte und die eurasische aufeinander zubewegten und übereinander schoben, faltete sich der Meeresgrund auf, erhob sich aus dem Wasser und formte die heutige Gebirgslandschaft. Damit ist auch das Eingangsrätsel gelöst: Ohne diesen Vorgang hätten wir keine Schneeschuhe sondern Flossen gebraucht.

Nach etwa 10 Minuten Gehzeit schnallen wir die Schneeschuhe an. Wir halten uIMG_3140ns links vom Forstweg, denn rechts – auf der Südseite – hat die Frühlingssonne schon volle Arbeit geleistet. Kurz vor der Schronbachalm überqueren wir den Schronbach – diesmal noch auf einer Brücke. Diesen Bach sollten wir noch öfters queren – und zwar ohne Brücken, auf wackeligen Steinen durchs Wasser watend.

Das Gehen mit Schneeschuhen ist unkompliziert. Man hebt die Füße ein klein wenig höher, damit die Zacken nicht zu früh greifen und man nicht ins Stolpern gerät – das ist alles. Erstaunlich, wie steil man damit auf verharschtem Untergrund gehen kann – auf- und abwärts.

Lange folgen wir dem Bachlauf – jeweils die günstigere Seite wählend. Auf einer Art Halbinsel machen wir eine erste Trinkpause. Dann lassen wir den Bach rechts liegen und steigen die nördliche Bergseite hinauf. Eine kleine Lichtung erklärt Klaus zu unserem Endziel. Dort machen wir ausgiebig Brotzeit.

IMG_3164Klaus wählt für den Rückweg eine andere Route. In schnellen Schritten geht es bergab und dann den Bachlauf hinaus. Etwas unterhalb der Schnorbachalm queren wir „unseren“ Bach das letzte Mal – an einem tiefen Einschnitt mit einem abenteuerlichen Abstieg. Kurz danach schnallen wir die Schneeschuhe wieder ab. Den Parkplatz erreichen wir zu Fuß. Dann mit dem Bus zurück nach Lenggries. Dort bleibt noch Zeit für Kaffee und Kuchen.

Nach dieser Genusstour bringt uns die BOB gewohnt sicher nachhause.

 
Weitere Bilder findet ihr in der Bilder-Galerie.
© CR

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