Verfasst von: bergsportler | 3. Oktober 2015

Tourenbericht Torscharte (Karwendel)

Torscharte 27. Sept. 2015

Das Wetter sollte diesmal passen. Alle Vorhersagen waren sich einig, ab Mittag würde sich die hochnebelartige Bewölkung auflösen. Anfahrt mit BOB und Bergsteigerbus wie geplant, mit einer nur geringen Verspätung. Wir wählten das Rohntal als Aufstiegsroute. Zunächst ein sanfter Anstieg. Woplpertinger – jene Fabelwesen,

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denen die unterschiedlichsten Fähigkeiten nachgesagt werden – haben wir nicht gesehen. Dafür hörten wir immer wieder Hirsche röhren. Röhrende Hirsche am helllichten Tag – war das möglich? Oder steckten doch die Wolpertinger dahinter, die vom Wallberg fliehend hier in den unzugänglichen Felswänden des Karewendels eine sichere Zuflucht und eine neue Heimat gefunden hatten? Dann waren sie es auch, die an einer Wegzweigung – natürlich ohne Wegweiser – die GPS-Geräte und/oder die Bediener derselben so durcheinander brachten, das wir zunächst in die falsche Richtung liefen und wertvolle Zeit verloren.

Zurück auf dem rechten Weg ging es steil und immer steiler bergauf. Die Vorhut erreichte die Torscharte gegen 14:20. Da hätten die Wolken eigentlich Zeit genug gehabt, sich zu verziehen. Taten sie aber nicht. Im Gegenteil, sie hingen noch tiefer. Obendrein war es saukalt – gefühlt zwischen 3 und 5 Grad. Die Pause fiel deshalb sehr kurz aus. Das sollte sich noch als großer Vorteil erweisen (alles hat auch etwas gutes).

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Der Abstieg ins Tortal ging anfangs auf griffigem Untergrund schnell voran, dann kam eine schwierigere Passage mit nassen, glitschigen Steinen. Kaum Muße, um den Ausblick auf die für das Karwendel so typischen Felsformationen zu genießen. Am Talboden dann eine breite Forststraße. Jetzt galt es, weit auszuschreiten, denn wir hatten die Hoffnung, den 17 Uhr Bus trotz des Wolpertinger-Schabernacks zu erreichen, doch noch nicht ganz aufgegeben. Und tatsächlich trafen die letzten Beiden praktisch zeitgleich mit dem aus der Eng kommenden Bus an der Haltestelle ein. Der Anschluss in Lenggries klappte perfekt.

Kaum hatten wir es uns in der BOB bequem gemacht, kam – wie zum Hohn – die Sonne raus. Ob da unsere unsichtbaren Freunde wieder ihre Hand im Spiel hatten? Die saßen jetzt bestimmt irgendwo in den Felswänden und lachten sich kaputt. Wie sich das anhört? Ganz schrecklich! Wie das Röhren der Hirsche!

Weitere Bilder findet ihr in der Bilder-Galerie.

© CR

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